Fritz Overbeck: Die Malerin an der Staffelei

Veröffentlicht: 3. April 2012 von Anke in Schreiben in der Kunsthalle

FRAU ich sehe dich
und sehe dich nicht
Der Ginsterbusch grinst frech in mein Gesicht
Ihr habt euch verbündet: du
und der Busch
und die grässliche Sonne.
Diese grässliche Sonne mit ihrem Licht
speit mir deinen Hut entgegen und geht tanzen
auf den flachen Feldern mit dir!
Euer flirrendes girrendes Spiel
stellt mir den Bart auf, ich
steche dich, Ginster, zurück
und dein Kleid FRAU wird sein Wallen fallen lassen müssen, denn
in deinem Bauch bin ICH schon gewesen.
Der Schatten, den du schleichen fühlst, ist
mein Gespiele,
wir fassen nach Gesicht nach Leib, denn was da wächst in deinem Bauch ist meins –
Ich werde euch enthüllen.

Ursula Ros

…………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Innerer Monolog

„Wie viel Hoffnung nur hatte ich in diesen Sommer gelegt, aber nur die Sonne lacht.“
„Müssen zehn Jahre Liebe gedeckte Farben tragen?“
„Reizvoll sei die Landschaft, hat er gesagt. Reizlos leider sein Begehren.“
„Er spricht davon, wie nah ich ihm bin, wo er selbst doch so unnahbar erscheint.“
„Ich versinke in meinen Farben – versunken ist auch meine Liebe.“
„Voll der Hoffnung sind wir hier aufs Land gereist – angekommen sind wir beide nicht.“
„Eine verträumte Sommeridylle … war dieser Ort einmal für uns.“
„Voller Anmut stände ich an der Staffelei, sagt er salbungsvoll. Aber an Mut, mir die Wahrheit zu sagen, daran fehlt es ihm.“

Jürgen Hanik

……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………

Lisbeth

Zehn Jahre. Die Sonne blendet. Zehn Jahre.
Auch das lange Kleid kann die Mücken nicht abhalten.
Zehn Jahre. Was denkt er?
Dass ich es aushalte? Einfach aushalte?
Ich war zufrieden hier. Glücklich sogar.
Damals in unserem Zimmer. Die Matratze viel zu schmal.
Später im breiten Bett die Stunden am Vormittag.
Das Licht. Die Farben. Er war mein.
Und nun soll ich es aushalten?
Ich male mich und gebe mir ihr Gesicht.
Lisbeth. Soll er sie sehen.

Lisa Barth

…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Die Malerin

Malen … ach ja … tut das gut…
Fritz ist aus dem Haus
und ich habe endlich Ruhe.
Niemand stört …
Keiner spricht mich an,
will etwas von mir
oder meint mich unterhalten
zu müssen.
Jetzt höre ich nichts weiter
als das Summen der Bienen
und Rauschen der Blätter ~
wie wundervoll.
Vor mir, auf der Wiese,
räkelt sich der Nachbars Bursche
und nagt an den Grashalmen.
Hübsch ist er schon…
sehr hübsch so gar…
Ob Fritz auch so denkt,
wenn er andere Frauen malt?
Ach ~ sei es drum….
Schließlich kann auch meinem Bild
ein klein wenig Feuer nur gut tun.

Sonnenmondin

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s